08.02.2019

Praxisbaustein-Zertifikatsvergabe mit Barbara Klepsch

 

Absolventenfeier mit Sozialministerin Barbara Klepsch in der Staatskanzlei

PRAXISBAUSTEIN-Zertifikate können Menschen mit Behinderung mehr Teilhabe am Arbeitsmarkt ermöglichen

Sie haben fleißig geübt, gelernt und nun ist es geschafft: Die ersten 24 Absolvent*innen haben ihre PRAXISBAUSTEIN-Leistungsfeststellung erfolgreich abgeschlossen. Stolz ist auch Sozialministerin Barbara Klepsch, die ihnen aus diesem besonderen Anlass heute die Zertifikate persönlich im Rahmen einer Feier in der Staatskanzlei überreichte – im so genannten Bienenkörbchen, „dem schönsten Raum der Landesregierung!“  Denn Barbara Klepsch war für die PRAXISBAUSTEINE eine wichtige politische Partnerin, die das vor vier Jahren gestartete Liga-Projekt nachhaltig unterstützt und gefördert hat. 
„Das ist ein wunderschöner Tag!  Ich freue mich sehr, dass heute zum ersten Mal junge Menschen über das, was sie in der Werkstatt gelernt haben, ein von den Kammern bestätigtes Zertifikat erhalten! Damit haben sie auch bessere Übergangschancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt“, so Sozialministerin Barbara Klepsch. „Das Zertifikat ist nicht nur für sie eine große Anerkennung, sondern auch für Unternehmen wertvoll. Denn die Unternehmen wissen, welche Tätigkeiten die Menschen mit Behinderungen in ihren Unternehmen übernehmen können.“  Sie sei mächtig stolz, dass von Sachsen ein so positives Signal für das deutschlandweit einmalige Projekt ausginge.
Um am Arbeitsleben teilhaben zu können, ist berufliche Qualifizierung wichtig. Wer sie hat und nachweisen kann, kann selbstsicher auftreten. Das gilt genauso für Menschen mit Behinderung. Auch sie haben ein Recht auf eine berufliche Bildung – eine klare Forderung der UN – Behindertenrechtskonvention. Doch wer bisher den Berufsbildungsbereich einer Werkstatt durchlaufen hat, hatte dennoch „nichts Offizielles“ über seine dort erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse in der Hand. In Sachsen wurde mit dem Liga-Projekt PRAXISBAUSTEIN daher eine bundesweit vorbildliche Möglichkeit geschaffen, dass Menschen mit Behinderung, die bisher als nicht ausbildungsfähig gelten, nun eine von den sächsischen Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern anerkannte standardisierte berufliche Bildung in den Berufsbildungsbereichen der Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) angeboten werden kann. 
Bisher wurden 11 verschiedene anerkannte Ausbildungsberufe wie beispielsweise Fachkraft im Gastgewerbe, Tischler, Metallbauer oder Kaufmann/frau für Büromanagement in 79 Praxisbausteine modularisiert. Diese einzeln von den Kammern zertifizierten Module können auch einzeln erworben werden und bauen auf einander auf. Jeder Teilnehmer der nach Praxisbaustein qualifiziert wird, hat am Ende eine Leistungsfeststellung. In dieser werden die Kenntnisse und berufsspezifische Fähigkeiten geprüft. Nach erfolgreichem Abschluss erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat, dass von der jeweiligen Industrie- und Handelskammer bzw. Handwerkskammer ausgestellt wird. Damit werden die Leistungen jedes Einzelnen gewürdigt und das Zertifikat eröffnet die Chance, eine berufliche Zukunft innerhalb oder außerhalb der Werkstatt aktiv zu gestalten.
Die Praxisbausteine gehen auf eine Projektidee der Diakonie Sachsen zurück, welche nunmehr in Zusammenarbeit mit der Liga der freien Wohlfahrtspflege und der LAG WfbM Sachsen umgesetzt wird. Mit der Bundesagentur für Arbeit/ Regionaldirektion, dem Sozialministerium und den sächsischen Kammern erhält das Projekt Unterstützung von wichtigen Partnern.
Das Interesse der Beschäftigten an den Praxisbausteinen ist groß. Inzwischen haben 31 (von 60) sächsische Werkstätten das Zulassungsverfahren erfolgreich durchlaufen und bieten eine berufliche Qualifizierung nach PRAXISBAUSTEIN an.


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