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Werkstätten sind Wege in die Inklusion – Diakonie Sachsen mit dem Preis exzellent:bildung ausgezeichnet

exzellent_wei_hintergrund_791.pngDie Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für Menschen mit Behinderung e.V. (BAG WfbM) hat im Rahmen der Eröffnung der Werkstätten Messe 2016 heute in Nürnberg die Diakonie Sachsen mit dem Preis „exzellent:bildung" ausgezeichnet. Damit würdigte die Bundesarbeitsgemeinschaft die im Rahmen des Projektes "Bildung schafft Zukunft“" entstandene anerkannte berufliche Qualifikation in Werkstätten für Menschen mit Behinderung: Die Diakonie Sachsen hatte in Abstimmung mit den Kammern IHK und HWK für 10 Berufs- und Praxisfelder 65 Praxisbausteine als Bildungsmodule entwickelt, die bei erfolgreicher Teilnahme von den jeweilig zuständigen Kammern teilnehmerbezogen zertifiziert werden. Damit wird der Berufsbildungsprozess in Werkstätten an das reguläre Ausbildungssystem angeschlossen, denn mit den Praxisbausteinen erfolgt berufliche Bildung standardisiert in Orientierung an das Berufsbildungsgesetz/ Handwerksordnung. Anerkannte Praxisbausteine tragen somit zur Auflösung von exklusiven Prozessen bei und tragen dem Anspruch von Menschen mit Behinderung zu beruflicher Bildung gemäß Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention Rechnung.

„Werkstätten sind Orte der Innovation. Hier werden Tag für Tag Arbeitsschritte so gestaltet, dass auch Menschen mit schweren oder mehrfachen Behinderungen einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen können und jetzt auch Teile einer zertifizierten und anerkannten Ausbildung absolvieren können. Damit beweisen Werkstätten ihre Ausbildungskompetenz und eröffnen Wege in die Inklusion. Die Diakonie Sachsen hat mit ihrem Projekt hier einen wichtigen Schritt geschafft. Mit den Praxisbausteinen ist die Hürde bewältigt, dass jetzt auch Menschen, die als nicht ausbildungsreif gelten, zumindest bestimmte Teile einer Ausbildung auf anerkanntem und zertifiziertem Niveau absolvieren können,“, würdigte Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch die „Praxisbausteine“ bereits vor einer Woche im Rahmen eines Fachtags in der Handwerkskammer Dresden, der das Projekt nach zwei Jahren offiziell abschloss. Sie hofft, dass die „Praxisbausteine“ als beispielgebend für alle Werkstätten in Sachsen wirken, ja, als ein wichtiges bundesweites Signal gesehen werden, das von Sachsen in Sachen Bildung in Werkstätten ausgehen könnte.

Die Staatsministerin betonte, dass sie Werkstätten für Menschen mit Behinderung keinesfalls für Sonderwelten halte, die Menschen ausschlössen: „Ich glaube ganz im Gegenteil, dass Werkstätten Wege in die Inklusion ermöglichen! In Sachsen besuchen knapp 17.000 Menschen eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung – viele von ihnen hätten ohne diese keine Möglichkeit, Teilhabe durch Arbeit zu erreichen!“

„ Ich bin stolz darauf, dass die Diakonie Sachsen mit ihren „Praxisbausteinen“ einen Meilenstein in die richtige Richtung getan hat, der jetzt als preiswürdig befunden wurde,“ sagt Christian Schönfeld, Chef der Diakonie Sachsen, über die bundesweite Auszeichnung. „So bedanke ich mich im Namen meiner Mitarbeitenden auch sehr herzlich für die gute Zusammenarbeit mit den Kammern von IHK und HWK : Nur dank ihres eingebrachten know-hows war es möglich, zertifizierungsfähige Praxisbausteine zu entwickeln, die es den Absolventen ermöglichen sollen, auch auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die „Praxisbausteine“ werden einen Strauß von Angeboten und neue Inklusionswege für hoffentlich viele Menschen eröffnen!

Hintergrund: Seit 2006 zeichnet der Verband BAG Werkstätten aus, die besonders innovativ gewesen sind. Die „exzellent“-Preis würdigt den Ideenreichtum in drei unterschiedlichen Bereichen: in den Kategorien „Bildung“, „Kooperation“ und „Produkt“. In der Kategorie „exzellent:bildung“ sucht die BAG WfbM innovative oder beispielhafte Entwicklungen in der beruflichen Qualifizierung und/oder der Weiterentwicklung der Werkstattbeschäftigten.

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